ZukunftsSkizzen Update: Der Einfluss der anhaltenden Pandemie und des Krieges in der Ukraine auf die Zukunft der Lieferketten

In unserer ZukunftsSkizze aus dem Juli 2021 über den Einfluss der neuen Seidenstraße haben wir bereits herausgearbeitet, dass sich unsere Wirtschafts- und Gesellschaftssysteme in einer Phase der Umstrukturierung befinden. Welche Änderungen sind nun durch die weiter andauernde Pandemie und den Krieg in der Ukraine wahrscheinlich? In diesem Update wollen wir dem Thema Lieferketten besonderes Augenmerk schenken.

Veränderungen in der Logistik sind schon länger zu beobachten. Die neue Seidenstraße kann bereits als ein Versuch bewertet werden, die globalen Lieferketten stärker zu kontrollieren und sie zu regionalisieren. Die Corona-Maßnahmen haben bereits zu weltweiten Ausfällen und Lieferprobleme geführt und uns gezeigt, dass “just in time” nicht mehr das bestimmende Prinzip der Lieferketten sein kann. Der Krieg in der Ukraine fügt dem Ganzen eine weitere politische Dimension hinzu, d.h. Handelskriege und weitere Unsicherheiten sind für einen ungewissen Zeitraum zu erwarten.

Eine globale Rezession bzw. eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums sind durchaus wahrscheinlich. Was bedeutet das für einige der Narrative, die wir in den letzten zwei Jahren gehört haben? Insgesamt kann es kein Zurück zur sogenannten „Normalität“ geben und auch keinen „great reset“. Dies würde ein Zurücksetzen in eine Form der Vergangenheit bedeuten und in jene Normalität, die uns gerade in diese Probleme geführt hat. Deshalb brauchen wir eine bessere Ausgangsbasis für eine erfolgversprechende Zukunft. Es gilt also hinter die Kulissen und nach vorne zu schauen und vor allem zu handeln, um Lieferketten und Produktionen neu zu organisieren.

Aktuell kommt gerade zwei der im Blogpost skizzierten Zukünfte erhöhte Bedeutung zu: „Absicherung der Warenströme“ und „Neo Kalter Krieg“.

Absicherung der Warenströme

Lieferengpässe können sich auf Export ausgerichtete Länder nicht leisten. Vermutlich werden Regierungen und Unternehmen also anfangen, ihre Warenströme weiter abzusichern. Damit verlassen wir die Komfortzone der auf Effizienz getrimmten Lieferketten. Möglicherweise übernimmt der Staat notwendige Maßnahmen zum Aufbau von entsprechenden Lagerbeständen kritischer Ressourcen. Vielleicht bleibt dies aber auch den individuellen Unternehmen überlassen. Wahrscheinlich ist in jedem Fall, dass es Ausfuhrbeschränkungen geben wird, woraus neue Engpässe und Preissteigerung resultieren. Ob an einem gewissen Punkt der Entwicklung Länder dann zu dramatischeren Maßnahmen als nur Strafen und Handelsbarrieren greifen, wie gewaltsame Sicherungen von Schlüsselressourcen, ist schwer vorherzusehen, auszuschließen ist das jedoch nicht. Mit Sicherheit werden aber Investoren und Unternehmen ihre Interessen schützen.

Neo-Kalter Krieg

Der Krieg in der Ukraine könnte durchaus zu einem neuen kalten Krieg führen, der mit bedeutend weitreichenderen Wirtschaftssanktionen als den aktuell verhängten einher geht (und zwar von beiden Seiten). Die Handelsstrukturen würden in ein deutlich engeres Netz von politischen Interessen gezwungen. Damit wäre die Globalisierung rückläufig, Regionalisierung wäre das Gebot der Stunde und große Teile der auf Export ausgerichteten Wirtschaft müsste sich sehr schnell umstrukturieren, neu Absatzmärkte finden, Zulieferer wechseln und ihre Geschäftsmodelle verändern. Daneben wäre in der westlichen Welt ein verstärkter Fokus auf Resilienz, erneuerbare Energien, Kreislaufwirtschaft, Automatisierung der Produktion und neue Verfahren der Lebensmittelproduktion notwendig.

Fazit

Wie wir bereits erläutert haben, sind die Veränderungen des globalen Wirtschaftssystems nicht erst seit der Corona- und Ukraine-Krise im Gange. Aber jetzt treten die möglichen Veränderungen deutlicher und schärfer hervor. Just in time ist nicht mehr allein das Maß der Dinge in Bezug auf Lieferketten, Resilienz und Ausfallsicherheit, d.h. schnell neue Partner/Quellen zu finden, wird überlebenswichtig.

In einer geopolitischen Krise ist eine sichere Aussage über die nahe Zukunft nicht möglich. Sicher ist dagegen, dass viele der eingeübten Vorgehensweisen aus der Globalisierung so nicht mehr funktionieren. Wie und ob die Politik angesichts der Komplexität, der Limitationen und der durch den Krieg in der Ukraine verschärften Probleme rechtzeitig reagieren wird, ist ebenfalls nicht klar. Sicher ist, dass Unternehmen geopolitische Veränderungen einkalkulieren und neue kreative Wege finden müssen, um mit einer stark veränderten Gesamtsituation umzugehen. Mit anderen Worten, es ist jetzt an der Zeit, Zukunftsszenarien zu entwickeln und kreative Lösungen zu erarbeiten, um in Zukunft erfolgreich bestehen zu können.

Wollen Sie diesen Prozess beschleunigen? Gerne helfen wir Ihnen eine unternehmensspezifische Zukunftssicht zu entwickeln: Gemeinsam analysieren wir aktuelle Trends und Einflussfaktoren, aus denen dann detaillierte Zukunftsszenarien abgeleitet werden. Auf dieser Basis entwickeln wir konkrete Innovationsideen und eine Innovations-Roadmap. Kontaktieren Sie uns unter hello@visionarylabs.io, über das Formular unten auf dieser Seite oder über unsere Social Media Kanäle.

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